Inhalt, Positionierung, Zielgruppe – worauf es beim Bloggen ankommt

Inhalt, Positionierung, Zielgruppe - worauf es beim Bloggen ankommt!

Inhalt, Positionierung, Zielgruppe – worauf es beim Bloggen ankommt

 

 

Wir freuen uns die Online-Marketing-Agentur artaxo als SEO Experten für unseren Blog als Gastautoren gewonnen zu haben. Patrick und Kerstin von artaxo waren bereits Sprecher auf der #blogst14 und der MiniBLOGST in Berlin. In mehreren Gastartikel gibt artaxo Euch wichtige Tipps rund um die richtige Suchmaschinenoptimierung und Eure Positionierung.

Bloggen aus Leidenschaft

Als Online-Marketing-Agentur arbeiten wir viel mit Bloggern zusammen. Dabei fällt uns immer wieder auf, dass sich die Blogosphäre im Moment an einem Scheideweg befindet. Für viele Blogger ist ihr Blog ein Hobby, ein virtuelles Tagebuch, auf dem sie ihre Gedanken festhalten und mit der Welt teilen können. Für manche ist das Bloggen aber auch ein Beruf geworden. Sie haben erkannt, wie wertvoll sie als Influencer für Marken sind und dass sie diesen Wert monetarisieren können. Den Schritt vom Hobby-Blogger zum professionellen Blog-Betreiber zu vollziehen, ist aber nicht leicht. Denn nicht jeder Blogger ist als Markenbotschafter interessant, nur weil er oder sie viele Klicks hat. Besonders Bloggern, die als Hobby-Blogger angefangen haben, fehlt oft eine wirtschaftliche Herangehensweise und sie wissen nicht, wie Unternehmen einen Blog aus Marketing-Sicht bewerten. Deshalb möchten wir Euch in vier Artikeln alles an die Hand geben, um Euch als Influencer richtig zu positionieren, Euren Blog für Suchmaschinen und Leser zu optimieren und so Euren Wert für Kooperationspartner zu steigern. Eins noch vorweg: Bloggen soll vor allem Spaß machen. Wenn Ihr bei all der Optimierung die Lust am Bloggen verliert, dann lasst es lieber. Nicht jeder Blog muss Geld abwerfen. Sein Online-Tagebuch einfach nur als Hobby zu betreiben, ist völlig in Ordnung.

Wir beraten sowohl Blogger bei der optimalen Selbstvermarktung als auch Unternehmen bei der Wahl passender Influencer. Denn meist sind es Agenturen, die beide Parteien zusammenführen. Sie haben den Auftrag, für ein Projekt passende Influencer zu finden, die sie anhand bestimmter Kriterien auswählen. Habt Ihr vor, Euren Blog eines Tages über Kooperationspartner zu monetarisieren, solltet Ihr Euch mit ihren Anforderungen bestens auskennen.

Bevor wir in unserem nächsten Gastartikel zu den harten SEO-Kriterien kommen, wollen wir Euch in diesem Beitrag erläutern, was Ihr bei Eurem Inhalt beachten solltet. Grundsätzlich solltet Ihr Euch mit Themen nicht des Geldes wegen beschäftigen, sondern weil es Euch Spaß macht und Ihr Ahnung habt. Dennoch ist es von Vorteil, wenn die Positionierung Eures Blogs klar ist.

Los geht’s: das passende Blogthema finden

Das Essentielle eines Blogs ist natürlich das Thema, der Mittelpunkt, um den sich alles dreht. Die Anzahl an Themen ist unbegrenzt und lässt viel Spielraum für kreative Ideen. Das Wichtigste ist und bleibt dabei die Authentizität. Leser wollen ernst genommen werden und „echte“ Geschichten lesen. Diese Qualität schlägt sich am Ende positiv in der Reichweite nieder.

Natürlich könnt Ihr einfach über alles schreiben, was Euch gefällt. Sich auf ein Kernthema zu spezialisieren, macht es aber einfacher, aus Lesern treue Fans zu machen. Jeder Mensch ist unterschiedlich und interessiert sich für ganz verschiedene Dinge. Ihr liebt vielleicht Designermode, vegetarisch Kochen und Judo. Viele (potenzielle) Leser teilen sicher eine dieser Leidenschaften mit Euch, aber nur die wenigsten alle drei. Jemand der immer auf der Suche nach vegetarischen Rezepten ist, würde einen Food Blog zu dem Thema vielleicht abonnieren, interessiert sich aber unter Umständen nicht für Eure Judo-Beiträge und folgt Euch darum womöglich nicht. Ein starker „Fan“ und Multiplikator für Euch ist jemand, der Euren Blog weiterempfiehlt und sagt: „Ich finde ihre Posts immer inspirierend.“ Mithilfe eines gut definierten Blogthemas macht Ihr Euch zu einer regelmäßigen Anlaufstelle für alle Leser mit dem gleichen Interesse. Und je “nischiger“ Euer Thema ist, desto kleiner ist die Konkurrenz (aber natürlich auch der Kreis potenzieller Kooperationspartner).

Man kann sich auch innerhalb eines Themas wie Sport, Food, Reisen etc. weiter spezialisieren und so schneller zum Meinungsführer eines bestimmten Themas werden. Wer es schafft, in einem relevanten Thema oder einer Zielgruppe Trends zu setzen, ist für Unternehmen ein begehrenswerter Partner.

Nehmen wir Ricarda Nieswandt, Mitinitiatorin von BLOGST, als gutes Beispiel: Auf ihrem privaten Blog 23qmstil.de schreibt sie größtenteils über das Thema „Wohnen & Design“. Sowohl der Domainname, herrührend von der durchschnittlichen Größe eines deutschen Wohnzimmers, als auch die Blogvorstellung und Aufmachung passen zu diesem Kernthema. Zwar bloggt Ricarda ebenfalls über die Themen „Reisen“, „Leben & Entdecken“ und „Unterwegs“, die Positionierung als Blog für Inneneinrichtung und Stil ist aber stets deutlich. So gibt sie zum Beispiel in ihrem Reisebericht über Stockholm persönliche Einblicke in ihr Leben und ihren Urlaub sowie Tipps zu den besten Möbelgeschäften der Stadt, die perfekte Kombination aus authentischer Nähe und thematischer Positionierung. Durch die klare Linie wird sie als Meinungsführer im Bereich Einrichtung zum Beispiel für Möbelhäuser oder Deko-Hersteller als Kooperationspartner besonders interessant, aber auch für andere Marken, die sich in einem stylishen Umfeld positionieren wollen (Beispiel: Bahlsen).

Trends erkennen, eigene Stärken hervorheben

Wenn es Euch schwer fällt, aus Euren vielen Interessen ein Kernthema auszuwählen, könnt ihr noch berücksichtigen, welche Themen das meiste Potenzial bieten. Zum Beispiel kann man sich über den Google Keyword Planner das Suchvolumen ausgewählter Begriffe anzeigen lassen. So suchen beispielsweise in Deutschland monatlich 14.800 Menschen nach „Fashion Blog“ und 9.900 Menschen nach „Food Blog“. Aber Achtung, diese Zahlen sind Durchschnittswerte. Über Google Trends könnt ihr zusätzlich nachschauen, wie sich das Interesse zu einem Thema entwickelt. Auf diese Art und Weise bekommt Ihr einen schnellen Überblick, wie viel Potenzial in Eurer Blog-Idee steckt. Bei unserem Testvergleich sieht man zum Beispiel, dass die Nachfrage nach Food Blogs derzeit noch weiter steigt, während der Trend der Fashion Blogs rückläufig zu sein scheint.

Abseits jeglicher Tools ist es auch ratsam, Trends frühzeitig zu erkennen und diese möglichst als Erster zu thematisieren. Zum Beispiel, indem man auch mal in andere Medien (wie Zeitungen) reinschaut oder internationale Blogs und Magazine liest.

Wie Ihr seht, ist die Themenfindung kein schnelles Unterfangen. Ihr solltet euch für diesen Schritt unbedingt die nötige Zeit nehmen. Schließlich legt Ihr an dieser Stelle den Grundstein für alle weiteren Entscheidungen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Themenfindung wesentlich von zwei Aspekten abhängig ist:

     

  • Eigene Stärken (Interesse, Wissensstand, Ambition …)
  •  

  • Themenpotenzial (Konkurrenz, Suchvolumen, Trends …)

Ein letzter Tipp für die Themenfindung: Lest andere Blogs. Früher oder später merkt man oft ganz von selbst, dass die eigene Sichtweise noch nirgendwo vertreten ist oder manche Themenbereiche zu wenig beleuchtet werden und oft kommt dann der Drang von ganz allein, diese Lücke zu füllen, etwas Neues zu schaffen und die eigene Meinung kundzutun.

Zielgruppe definieren: Wer liest meinen Blog?

Die Zielgruppe definieren nur sehr wenige Blogger. In den meisten Fällen ist das auch gar nicht schlimm. Denn wer ganz intuitiv über das schreibt, was ihn interessiert, spricht meistens automatisch eine bestimmte Zielgruppe an. Nämlich alle, die diese Interessen teilen.

Dennoch ist es ratsam, früher oder später seine Zielgruppe zu definieren und sich dessen bewusst zu werden, wer denn eigentlich den Blog liest. Das wird z.B. dann relevant, wenn mehrere Personen an einem Blog arbeiten, oder man Gastbeiträge bei sich platziert. Damit dabei trotzdem ein einheitliches Bild bestehen bleibt, hilft es sehr, wenn man den Mitschreibern eine klare Idee davon vermitteln kann, an wen sich die Texte richten sollen. Kleiner Tipp: Für viele ist es hilfreich, sich eine konkrete Person innerhalb der Zielgruppe vorzustellen, z.B. die beste Freundin, und sich zu fragen: Würde ihr dieser Artikel gefallen?

Unternehmen und beauftragte Agenturen fühlen sich von einer klaren Zielgruppendefinition ebenfalls angesprochen. Denn sie suchen gerne nach einem Partner, dessen Zielgruppe sich nachweislich mit ihrer eigenen deckt. So können sie sicher gehen, dass ihre Inhalte und Botschaften genau bei den Leuten ankommen, für die sie auch interessant sind.

Wie solltet Ihr also vorgehen? Auf keinen Fall solltet Ihr eine Zielgruppe definieren, nur, weil sie kaufkräftig oder ähnlich ist. Vielmehr müsst Ihr Euch im Klaren darüber sein, welche Leser sich für Eure Themen interessieren. Das bedeutet natürlich nicht, dass nicht auch Personen außerhalb dieser Gruppe Euren Blog lesen. Wenn Ihr schon etwas länger bloggt, könnt Ihr auch eine Analyse durchführen. Dazu kann man beispielsweise seine Leser bitten, an einer Umfrage teilzunehmen, oder die Follower der eigenen Kanäle sozialer Netzwerke etwas näher betrachten.

Die einfachste Gruppierung erfolgt nach den demographischen Daten Alter und Geschlecht, wie in folgender Grafik beispielhaft dargestellt:

Für viele Unternehmen ist das schon ein guter Indikator, ob Euer Blog zu ihrer Zielgruppe passt. Noch interessanter wird es dann, wenn es um Interessensgruppen geht. Je nachdem, ob sich der Großteil der Leser eines Reise-Blog zum Beispiel für Backpacking, für Kreuzfahrten oder für City-Trips interessiert, kann der Blog für unterschiedliche Kooperationspartner relevant sein.

Positionierung & Eigendarstellung

Als Blogger steckt man meist in zwei Rollen. In jedem Fall ist der Blog eine Publikation, vergleichbar mit einer Zeitung oder einem Magazin. Zusätzlich setzen sich viele Blogger selbst in Szene und positionieren sich als Influencer. Wie Ihr euch entscheidet, bleibt allein Euch überlassen. In jedem Fall sollte Eure Eigendarstellung aber einheitlich sein:

    
 

  • Name
  • 
 

  • Slogan
  • 
 

  • Logo
  • 
 

  • Webdesign

Diese vier Basics solltet Ihr möglichst früh optimieren, um Eure Marke effizient bekannt zu machen. Schauen wir uns als weiteres gutes Beispiel den Blog tastesherriff.com von Clara Moring, ebenfalls Initiatorin von BLOGST, einmal näher an. Der Name „Tastesheriff“ ist sehr einzigartig und einprägsam, außerdem gibt er bereits einen Hinweis darauf, worum es auf dem Blog geht. So bezeichnet sie sich in der Blogbeschreibung selbst als Geschmackspolizei für vielerlei Dinge – vor allem Essen.

Der Slogan „Stylist. Tastemaker. Blogger“ unterstreicht Claras Themenschwerpunkte. Auch beim Logo wird sofort klar, dass es in die kreative Richtung geht. Gleiches spiegelt sich im Design wider. Bunte, helle Farben zieren die komplette Website. Ihr Logo und ihr Profilbild finden sich auch auf Claras Social-Media-Kanälen, sodass man sie und ihren Blog überall gleich wieder erkennt.

Die Findung der eigenen Darstellung kann viel Spaß machen. Probiert ein bisschen rum, bis alle vier Punkte aufeinander abgestimmt sind und vor allem zu Euch passen. Eine schwarze Seite beispielsweise wirkt eher „edgy“, eine Weiße klar und strukturiert. Der Name könnte innovativ neu geschaffen werden, oder etwas Bekanntes referenzieren. Zu diesen Themen gibt es auch von anderen Bloggern viele Ratgeber, von denen Ihr Euch inspirieren lassen könnt. Oder Ihr schaut Euch einige Websites von Bloggern, Medien oder Marken an, die Euch interessieren und schaut, wie sie sich positionieren. Am besten ist es immer, Eure Kreation abschließend der Familie und Freunden zu zeigen. Die kennen Euch und können gute Tipps geben.

Und, ganz wichtig, seid in Eurer Eigendarstellung seriös. Wer sein Blog als Business betreiben will, der muss sich auch an gewisse Regeln halten. Dazu gehören natürlich ein richtiges Impressum (Achtung, ohne korrektes Impressum könnt Ihr abgestraft werden!) und ein Hinweis zum Datenschutz (wenn Ihr zum Beispiel Google Analytics verwendet). Aber auch eine gut gepflegte „About“-Seite und die Einbindung Eurer Social-Media-Kanäle sind Zeichen dafür, dass Ihr es mit Eurem Blog ernst meint.

Reichweite und mehr

Jetzt nochmal kurz durchatmen und zurückblicken. Ihr habt für Euch das passende Thema gefunden, eine klare Zielgruppe definiert und Namen, Slogan, Logo und Webdesign für Euren Blog erstellt. Damit habt Ihr eine sehr gute Grundlage geschaffen, eine große Leserschaft und mögliche Kooperationspartner von Euch zu überzeugen.

Allerdings gibt es, wie bei jeder anderen Publikation auch, eine Reihe harter Zahlen, anhand derer Euer Blog bewertet wird. Und diese sind, wie bei ausnahmslos allen Medien, mit ausschlaggebend. Vordergründig geht es hierbei um die Reichweite, also um die Besucher, Seitenaufrufe, Social Media Follower etc. Aber nur viele Leser zu haben, reicht nicht, um als Blog interessant für Kooperationspartner zu sein. Ebenso schauen sie, ob diese Besucher Euren Blog sofort wieder verlassen, oder aber mit Euch interagieren. Ein kleiner Blog mit einer sehr engagierten Community kann interessanter sein als ein reichweitenstarker Blog, der keine Stammleserschaft aufbauen konnte. Denn wenn Eure Leser auf Eure Inhalte reagieren, zeigt das, dass Ihr einen Nerv getroffen und tatsächlich eine Meinungsführerschaft in Eurer Community erlangt habt. Relevante Zahlen können daher auch die Verweildauer (wie lang Eure Leser sich auf Eurem Blog aufhalten), die Return Rate (wie hoch der Anteil regelmäßiger Besucher ist) oder Interaktionsraten (Likes, Kommentare etc.) sein. Pflegt also Eure Community. Antwortet auf Kommentare und Fragen und seid präsent in den sozialen Medien.

Der Inhalt zählt

Um all diese Faktoren zu verbessern, müsst Ihr natürlich vor allem eins tun: guten Inhalt abliefern. Und zwar regelmäßig. Sowohl für Eure Leser als auch für potenzielle Kooperationspartner und die Suchmaschine sind regelmäßig neue Artikel ein positives Zeichen. Es zeigt, dass Ihr konstant und motiviert an Eurem Blog arbeitet. Wichtig ist beim Thema Content auch, dass Ihr ein gutes Gleichgewicht zwischen Euren privaten Beiträgen und gesponserten Posts haltet. Damit Ihr für Kooperationspartner interessant seid, müsst Ihr glaubwürdig sein. Wer zu viele oder sogar unpassende Kooperationen eingeht, der verspielt diese Glaubwürdigkeit und vergrault über Kurz oder Lang seine Leser und damit auch potenzielle Kooperationspartner. Überlegt Euch also gut, welche Kooperationen zu Euch passen und erstellt genug unabhängige Inhalte, damit Euer Blog nicht irgendwann wie eine Plakatwand aussieht.

Allerdings hilft der beste Inhalt nichts, wenn er nicht gefunden wird. Deshalb ist es neben starken Social-Media-Präsenzen wichtig, Euren Blog für die Suchmaschinen zu optimieren. Denn vor allem über Google könnt Ihr viele neue Leser auf Euch aufmerksam machen. Wie das geht und welche Bewertungsfaktoren es noch gibt, zeigen wir Euch in unseren nächsten Beiträge.

Über artaxo

Seit dem Jahr 2000 ist die Hamburger Agentur artaxo im Online Marketing tätig. Mit dem Fokus auf den Bereichen Content Marketing und Suchmaschinenoptimierung (SEO) bringt die Agentur Influencer und Unternehmen zusammen, veranstaltet Bloggerevents und bietet Workshops an.

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